Mit der Förderinitiative "Zirkularität mit recycelten und biogenen Rohstoffen" unterstützt die VolkswagenStiftung praxisrelevante Forschungsansätze, die geschlossene Rohstoff-Produkt-Kreisläufe anstreben.
83 Förderanträge gingen ein, neun Projekte hat die Stiftung jetzt bewilligt. Darunter auch ein Vorhaben der Universität Stuttgart: Im Mittelpunkt des Projekts ADMIRATION (Accelerated Discovery of Living Fiber-reinforced Mineral Composite Materials for Circular Construction) stehen biologisch abbaubare, bio-inspirierte Baumaterialien auf Basis von Pilzen.
Umweltschonendes mikrobielles Herstellungsverfahren
“Herkömmliche Baumaterialien wie Zement oder Holz-Polymer-Verbundwerkstoffe verbrauchen in der Herstellung erhebliche Ressourcen und Energie und produzieren am Ende ihrer Lebensdauer nicht wiederverwertbare Abfälle. Sie sind also weit davon entfernt, zirkulär zu sein“, sagt Prof. Martin Ostermann vom Institut für Baukonstruktion (IBK). „Im Projekt ADMIRATION erforschen wir, wie Stroh, ein reichlich vorhandener, schnell nachwachsender Rohstoff in zirkuläres Baumaterial umgewandelt werden kann.“
Zum ADMIRATION Projektteam gehören neben Prof. Martin Ostermann Dr. Achim Weber vom Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie (IGVP) sowie Prof. Wilfried Weber vom INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien, Saarbrücken. Im Forschungsprojekt kommt das speziell für die Forschung gegründete Myzeliumlabor im Future Material Lab (FuMaLab) zum Einsatz.
Neue biologisch abbaubare Baustoffklasse mit verbesserten Eigenschaften
„Biologisch abbaubare Verbundwerkstoffe auf Myzeliumbasis (MBCs) werden in der Praxis bereits erfolgreich als Baustoff eingesetzt. Allerdings weisen die bisher entwickelten MBCs im Vergleich zu zementbasierten Baumaterialien eine geringe Festigkeit und Beständigkeit auf“, sagt Ostermann. „Neu an unserem Ansatz sind Methoden der Synthetischen Biologie und kombinatorischen Prozessierung,die Materialeigenschaften von Myzel-basierten Materialien so verändern, dass sie die Anforderungen für verschiedene Baustoffklassen erfüllen, die bisher noch nicht erreichbar sind.“